Rechtsextremismus im 21. Jahrhundert: Psychosoziale Erklärungen und Gegenstrategien
Samstag 18. Oktober 2025 | 10:00 – 15:00 Uhr
Spielstätte: Schaltwarte Duisburg
Referent*in: Alexander Yendell
Die Welt erlebt aktuell einen deutlichen Rechtsruck: Polarisierung, Nationalismus und autoritäre Bewegungen gewinnen an Einfluss – nicht nur in Deutschland, sondern international. Diese Dynamiken prägen gesellschaftliche Diskurse und entladen sich zunehmend in Gewalt und Kriegen, die von rechtsextremen und faschistischen Ideologien maßgeblich befeuert werden. Auch in Deutschland ist der Erfolg der AfD ein Ausdruck dieser Entwicklungen.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei (0,00€) Für alle Teilnehmenden stehen während der Seminare kostenfrei Getränke sowie kleine Snacks bereit.
Die Welt erlebt aktuell einen deutlichen Rechtsruck: Polarisierung, Nationalismus und autoritäre Bewegungen gewinnen an Einfluss – nicht nur in Deutschland, sondern international. Diese Dynamiken prägen gesellschaftliche Diskurse und entladen sich zunehmend in Gewalt und Kriegen, die von rechtsextremen und faschistischen Ideologien maßgeblich befeuert werden. Auch in Deutschland ist der Erfolg der AfD ein Ausdruck dieser Entwicklungen.
Häufig beschreiben Analysen jedoch nur das Phänomen: Sie fokussieren auf Krisen, die rechte Akteure selbst als Begründung anführen – soziale Ungleichheit, wirtschaftliche Instabilität, Migration, Pandemie. Das ist wichtig, greift aber zu kurz. Selten wird die Frage gestellt, warum manche Menschen resilient auf Krisen reagieren, während andere autoritäre Aggression und Feindseligkeit entwickeln.
Dabei existiert eine lange Forschungstradition, die genau hier ansetzt. Demzufolge ist Rechtsextremismus immer zugleich ein politisches und ein psychosoziales Phänomen – die beiden Ebenen sind untrennbar miteinander verwoben.
Am Ende des Seminars verfügen die Teilnehmenden über:
Ein vertieftes Wissen zu psychosozialen Ursachen von Rechtsextremismus
Politisch-psychologische Erklärungsmodelle für aktuelle Entwicklungen
Praktische Ansätze für Prävention und Demokratieförderung
Dr. Alexander Yendell ist Soziologe und forscht am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt der Universität Leipzig. Seine Schwerpunkte liegen auf den Ursachen und Dynamiken von Rechtsextremismus, autoritären Einstellungen und Verschwörungsmentalität sowie auf den psychosozialen Grundlagen politischer Radikalisierung. Aktuell beschäftigt er sich auch mit Fragen des Demokratievertrauens und der sozial-ökologischen Transformation.
Yendell war bis 2022 einer der Autoren der Leipziger Autoritarismusstudien (vormals Mitte-Studien) und hat umfangreich zu Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, politischem Protest und Gewalt geforscht. Zudem leitete er Projekte wie „Konfliktraum Leipzig“ und „Konfliktraum Hamburg“, die regionale Radikalisierungsprozesse untersuchten.
Derzeit ist er einer der Projektleiter in internationalen Horizon-Forschungsprojekten (u. a. PRO-Coast und PRO-Climate), die sich mit gesellschaftlichem Zusammenhalt, Biodiversität und Klimaresilienz befassen.
Seine Seminare und Vorträge verbinden wissenschaftliche Analyse mit praxisorientierten Handlungsperspektiven – und eröffnen dabei einen differenzierten Blick auf die politisch-psychologischen Dimensionen gesellschaftlicher Krisen.